10.4 Wassernutzung und Emissionen in das Wasser

Die kontinuierliche Verfügbarkeit von sauberem Wasser in ausreichenden Mengen ist eine Voraussetzung für die Versorgung unserer Produktionsstandorte und ihr Umfeld. Dies ist jedoch in vielen Regionen der Welt nicht mehr ohne Weiteres gegeben. Wir beabsichtigen, unsere Wasserversorgung so zu gestalten, dass die industrielle Wassernutzung auch künftig nicht zu lokalen Problemen wie z. B. Wasserknappheit für die dortige Bevölkerung führt.

In unserer Position zum Thema Wasser verpflichten wir uns zur Einhaltung internationaler und lokaler Gesetze und sind bestrebt, die strengsten Anforderungen weltweit zu erfüllen und gleichzeitig einen gesicherten Betrieb unserer Produktion zu gewährleisten. Ziel ist es, die Ressource Wasser zu schützen und effizient zu nutzen.

Unsere Teilkonzerne haben die verantwortliche Wassernutzung vom ressourcenschonenden Einsatz bis hin zur adäquaten Entsorgung der Abwässer in ihren entsprechenden jeweiligen Richtlinien festgelegt und die Umsetzung in ihren HSEQ (Health, Safety, Environment, Quality) Englische Abkürzung für Gesundheit, Sicherheit, Umweltschutz und Qualität. -Managementsystemen verankert.

Konzernziel 2017:

Einführung eines Wassermanagements an allen Standorten in wasserarmen Regionen

Im Rahmen unserer Wasser-Position haben wir unter Anwendung des WBCSD Global Water Tool™ alle Bayer-Standorte identifiziert, die in einer von Wasserknappheit betroffenen bzw. bedrohten Region liegen. Entsprechend unserem Konzernziel sollen diese Standorte bis 2017 ein Wassermanagement mit lokalen Zielen etablieren. Die betroffenen Standorte werden jährlich analysiert und ihre Daten zur Wassernutzung, -qualität und -ableitung ausgewertet. Darüber hinaus werden auch standortspezifische Initiativen untersucht und bewertet, die eine Wiederverwendung des Wassers ermöglichen und damit zur Verringerung des Wasserverbrauchs beitragen. Die aktuelle Überprüfung hat ergeben, dass an rund 58 % der untersuchten Standorte bereits ein effektives Wassermanagement vorhanden ist.

Auch wenn je nach Region die Rahmenbedingungen der Standorte sehr unterschiedlich sind, haben sich einige Maßnahmen schon jetzt als zielführend erwiesen, die bereits an mehreren Standorten erfolgreich umgesetzt werden. Hierzu gehören sowohl eigene Wasseraufbereitungsanlagen, um Flusswasser nutzbar zu machen, als auch Flusswasserreservoire, um auch bei niedrigem Wasserstand kein Trinkwasser von lokalen Wasserversorgern beziehen zu müssen. Weitere effektive Schritte zur Verfolgung des Wasserziels sind die kontinuierliche Analyse des Abwassers gemäß standortspezifischen Leistungskennzahlen und die Schulung neuer Mitarbeiter zum verantwortungsbewussten Umgang mit Wasser.

Die Sensibilisierung für das Thema wird durch den kontinuierlichen konzernweiten Austausch gesteigert. Ebenso wichtig hierfür ist eine aktive Teilnahme an Foren und Fachgesprächen mit Regierungsverantwortlichen und weiteren Stakeholdern. Im nächsten Schritt sollen mit denjenigen Standorten mit identifiziertem Verbesserungspotenzial konkrete Maßnahmen zur individuellen Weiterentwicklung vereinbart werden.

Bayer unterstützt das „CEO Water Mandate“ des UN Global Compact, um in Zusammenarbeit mit wesentlichen Stakeholdern nachhaltige Strategien im Umgang mit Wasser zu entwickeln. Über unseren Umgang mit Wasser, den unternehmensbezogenen „Water-Footprint“ sowie die damit verbundenen Chancen und Risiken berichten wir ausführlich in unserer jährlichen Antwort zum CDP (vormals Carbon Disclosure Project) ist eine unabhängige „Not-For-Profit“-Organisation, die sich im Auftrag von Analysten und Investoren für die transparente Berichterstattung von Treibhausgas-Emissionen und der Wassernutzung (Water Disclosure Report) durch Unternehmen einsetzt. CDP veröffentlicht jährlich zwei Klima-Ratings: Der Grad und die Qualität der Offenlegung von klimarelevanten Daten sind ausschlagend für den „Climate Disclosure Leadership Index“ (CDLI). Die am besten bewerteten Unternehmen bilden zudem den „Climate Performance Leadership Index“ (CPLI). Water Disclosure“, die einer Fortschrittsmitteilung für das „CEO Water Mandate“ entspricht.

Wassereinsatz und -verwendung

Der Gesamtwassereinsatz im Konzern sank 2015 um 1,1 % auf rund 346 Mio m3.

Etwa 73 % des gesamten von Bayer eingesetzten Wassers ist Kühlwasser, das ausschließlich erwärmt wird und nicht mit Produkten in Kontakt kommt. Eine Rückführung in den Wasserkreislauf ist im Rahmen der behördlichen Genehmigungsvorgaben ohne weitere Behandlung möglich. Die Gesamtmenge an Durchlaufkühlwasser betrug im Berichtsjahr ca. 240 Mio m3. In unserer Produktion sind wir bestrebt, Wasser mehrfach zu nutzen und wieder aufzubereiten. An derzeit 35 Standorten wird Wasser rezykliert, z. B. in geschlossenen Kühlwasserkreisläufen, durch Wiederverwendung von gereinigtem Abwasser oder der Rückführung von Dampfkondensaten als Prozesswasser. Im Berichtsjahr konnten insgesamt 10,5 Mio m3 Wasser wiederverwendet werden.

Online-Ergänzung: 3-10.4-1:

eingeschränkt geprüft

Das Diagramm zeigt die Verteilung der Wasserverwendungsarten im Bayer-Konzern.

Wassernutzung im Bayer-Konzern 2015 (in Mio m3)

Wassernutzung im Bayer-Konzern 2015 (in Mio m3) (Grafik)Wassernutzung im Bayer-Konzern 2015 (in Mio m3) (Grafik)

Die Bezugsquellen des Wassers entsprachen im Wesentlichen denen des Vorjahres.

Nettoaufnahme von Wasser nach Bezugsquelle

 

 

2011

 

2012

 

2013

 

2014

 

2015

Wassereinsatz (in Mio m3 pro Jahr)

 

411

 

384

 

361

 

350

 

346

Davon aus Oberflächengewässern (in %)

 

65

 

64

 

63

 

63

 

61

Davon aus Bohrungen / Quellen (in %)

 

31

 

32

 

33

 

32

 

34

Davon aus öffentlicher Trinkwasserversorgung (in %)

 

2

 

2

 

3

 

3

 

3

Davon aus anderen Quellen, i. d. R. Regenwasser (in %)

 

2

 

2

 

2

 

2

 

2

Abwasser und Abwassereinleitungen

Die Gesamtmenge der Prozessabwässer sank um 7,7 %. Alle Abwässer unterliegen einer strengen Überwachung und Bewertung, bevor sie in die Entsorgungswege geleitet werden. Der Anteil der Prozessabwässer, die in einer Abwasserbehandlungsanlage von Bayer oder Dritten gereinigt wurden, betrug weltweit 81,9 %. Der Rest wurde nach sorgfältiger Prüfung entsprechend behördlichen Vorgaben als umweltverträglich eingestuft und ein Teil davon wie im Vorjahr aufgrund seiner nährstoffhaltigen Zusammensetzung zur Bewässerung von Gärten und landwirtschaftlichen Nutzflächen verwendet.

Prozess-Abwassermenge

 

 

2011

 

2012

 

2013

 

2014

 

2015

Prozess-Abwassermenge (in Mio m3)

 

72

 

65

 

63

 

66

 

61

Wir sind bestrebt, unsere Emissionen ins Abwasser so gering wie möglich zu halten. Die Gesamtmenge der Emissionen von Stickstoffverbindungen in das Abwasser sank 2015 um 26,1 %. Wesentliche Faktoren dieser Reduktion waren der Produktionsrückgang am CropScience-Standort Dormagen und der im Berichtsjahr wieder stillstandsfreie Betrieb des Denitrifikationsverfahren Durch Bakterien vorgenommener Abbau von Nitrat zu Stickstoff und Sauerstoff durch bestimmte Mikroorganismen (Denitrifikanten). Das Verfahren wird in der biologischen Abwasserreinigung für den Abbau von Stickstoffverbindungen genutzt. am Covestro-Standort Baytown, USA. Die Einleitung von Phosphaten in das Abwasser ist um 2,0 % gestiegen. Die Emissionen von organischem Kohlenstoff („Total Organic Carbon“, TOC) sind dagegen um 3,3 % gesunken.

Emissionen in das Wasser

 

 

2011

 

2012

 

2013

 

2014

 

2015

1

Total Organic Carbon (gesamter organisch gebundener Kohlenstoff)

2

Chemischer Sauerstoffbedarf, rechnerischer Wert auf Basis der TOC-Werte (TOC x 3 = CSB)

Phosphor (in 1.000 t / a)

 

0,08

 

0,15

 

0,11

 

0,10

 

0,10

Stickstoff (in 1.000 t / a)

 

0,53

 

0,70

 

0,69

 

0,76

 

0,56

Stickstoff (in kg pro t produzierter Verkaufsmenge)

 

0,0486

 

0,0624

 

0,0620

 

0,0671

 

0,0483

TOC1 (in 1.000 t / a)

 

1,50

 

1,42

 

1,53

 

1,20

 

1,16

TOC (in kg pro t produzierter Verkaufsmenge)

 

0,137

 

0,126

 

0,138

 

0,105

 

0,100

Schwermetalle (in 1.000 t/ a)

 

0,0108

 

0,0098

 

0,0091

 

0,0063

 

0,0064

Anorganische Salze (in 1.000 t / a)

 

926

 

1.048

 

946

 

845

 

927

CSB2 (in 1.000 t / a)

 

4,51

 

4,25

 

4,58

 

3,59

 

3,48